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Leihequipment durch Kunden bezahlen lassen


  1. Hallo,

    meine Aufträge erledige ich in der Regel mit einer Canon 1D Mk2 (8 Mpix) sowie einer Canon 5D (12 MPix). Für 95 % der Aufträge reicht das auch vollkommen aus.

    In den Fällen in denen Kunden höhere Auflösungen wünschen, leihe ich mir eine Canon 1Ds MkIII (21 MPix)aus und setze das dem Kunden auf die Rechnung (beziehungsweise natürlich erst einmal in's Angebot). Bisher habe ich damit auch gute Erfahrungen gemacht, möchte aber jetzt doch Eure Meinung hören:

    1. Weist ihr auch erforderliches Leihequipment extra aus oder versteckt ihr das in der Gesamtrechnung?

    2. Wird der Besitz einer Canon 1Ds MkIII von Kunden heute teilweise vielleicht schon als selbstverständlich angesehen, sodaß man sich, wenn man nicht darüber verfügt, als nicht so erfolgreicher Fotograf outet?

    Wie seht ihr das?

    Gruß Omori

    vor 1 year veröffentlicht #
  2. Hallo,

    in den 3-4 Jahren, in denen ich jetzt professionell fotografiere, hat mich noch nie ein Kunde danach gefragt, welche Auflösung ich bereitstellen kann – eigentlich erstaunlich! Man fragte mich, ob ich analog oder digital arbeite, und das war es auch schon. Allerdings ist es so, dass ich in Vorgesprächen, bei Mappenpräsentationen oder in Angeboten erwähne, dass ich bis 16,7 Mio. Pixel Bildauflösung anbieten kann, dies allerdings erst seit rund einem Jahr, denn so lange habe ich die entsprechende Kamera noch nicht.

    Dass Kunden 21 oder mehr Megapixel "erwarten" kann ich mir höchstens in speziellen Disziplinen vorstellen, in meinem Umfeld (Business, Corporate, Industrie) ist das nicht so. Ich weiß allerdings nicht, wie z.B. Modeleute "ticken", die hochwertige Kataloge oder Zeitschriftenstrecken produzieren.

    Ob man sich mit dem offenen Ausweisen von Rent-Equipment eine Blöße gibt? Ich glaube, nein. Aber es kommt sicherlich auch hier auf den Kontext an. Wenn die Kollegen mit dem digitalen Mittelformat "herummachen", sollte man die DSIII vielleicht eher verschweigen, wenn man damit in Konkurrenz tritt. Überall, wo die Verhältnisse aber nicht so sind, hätte ich kein Problem damit.

    Viele Grüße
    Christian
    http://www.christianahrens.de

    vor 1 year veröffentlicht #
  3. hi,
    ich halte es so: alles, was über den "standard" hinaus geht, wird in rechnung gestellt - sowohl kameratechnisch, als auch lichttechnisch. mein "standard" sind 5d/ ds mk2 und eine blitzanlage mit 6 köpfen.

    redaktionelle jobs mache ich mit der 5d, aufträge für bildagenturen oder werbliche jobs mit der ds mk2.

    werbeagenturen haben manchmal klare vorstellungen über die geplante nutzung. wenn dann z.b. großformatige plakate im offset- oder tiefdruck angedacht sind oder der grafiker viel "fleisch" zum spielen möchte, reicht die ds mk2 nicht mehr. da miete ich dann entsprechend eine mk3 oder gleich ein digi-back dazu. das kommt direkt mit auf das angebot und war noch nie ein problem.
    ich habe aber auch schon mit einem digiback gearbeitet, obwohl ich eigentlich nicht die hohe auflösung gebracht habe: wenn der autrag es bedingt, dass man outdoor mit der blitzanlage arbeitet. da ist der zentralverschluß einer hasselblad v oder h ein großer vorteil.

    dazu kommen natürlich noch kosten für einen operator. in zukunft ich mache auch ausdrücklich auf die höheren bearbeitungskosten bei hohen auflösungen aufmerksam - das ist bei 50 oder 60 mpix sehr wichtig, da haben die 16bit daten schnell mal 300 oder 400 mb. da ist einfach der zeitaufwand bei der ebv deutlich höher - und wird natürlich in rechnung gestellt.

    bei direktkunden ist das einfacher - ich sage ihnen, was sie mit den 16,7 mpix der mk2 oder den 12,8 der 5d werbetechnisch machen können und dann ist das meistens ok.

    ich hatte bis jetzt noch keine probleme, zusätzliche ausrüstung in rechnung zu stellen - man muss halt erklären, warum es notwendig ist.

    wichtig ist meiner meinung nach ein hinweis auf dem angebot. ich schreibe z.b. :
    aufnahmeformat: digital/ 16,7 mpix, offset-druckbar bis din a3

    das geht natürlich von den 300 dpi eines 60er rasters aus - eine vergleichsgröße, die vielen ad's, cd's oder grafikern geläufig ist. das in der realität auch größere formate möglich sind (anhängig vom motiv lassen sich ds mk2- daten auch mit geringerer auflösung deutlich größer drucken - digital sowieso. da habe ich letztes jahr von 5d- daten wahlplakate in 18/1 drucken lassen, null problemo)

    sorry, ein ellenlanger post.....

    viele grüße aus dem herbstlichen rhein-main-gebiet

    olaf

    nachtrag: hallo omori,
    zu deiner zweiten frage. ich denke nicht, dass man als fotograf am verwendeten kameratyp beurteilt wird, sondern an erfahrung und gestalterischem background. die wenigsten kunden können die unterschiede zwischen einer ds mk2 und einer ds mk3 wirklich beurteilen.
    wenn doch mal einer fragt: "...warum nimmst du nicht die neue xyz 3000", kann man ja ggfs. erklären, warum.

    vor 1 year veröffentlicht #
  4. ich hatte bisher nie probleme, weil die meisten meiner kunden sich nicht dafür interessieren, wie ich etwas mache, für sie zählt das ergebnis und eine entsprechend passende verwendungsmöglichkeit...

    meine bildagentur will pi-mal-daumen eine mindestgröße von A3 bei 300dpi... wie ich die erstelle ist ebenfalls egal wenn die qualität stimmt...

    aber von seite meiner bildagentur und auch von kollegen wurde schon von werbeagenturkunden berichtet, die unbedingt höchstauflösende digital-MF-pix haben wollten... selbst wenn später das bild nur irgendwo klein auf einem geschäftsbericht gedruckt wurde.... was die dann reitet, kann ich nur vermuten, schließlich ist mit ca. 10 oder mehr mpix locker eine komplette gerüstplakat-hauswand zu bestücken....

    ich glaube da spielt weniger die ahnung von der materie und der technischen machbarkeit/notwendigkeit eine rolle, sondern eher so was cool/gehyptes wie.... *jaja, unser photograph shootet natürlich mit hochauflösender digital-MF, die kennen sie doch auch aus GNTM, da wird auch immer damit geshootet*... vielleicht auch um den kunden gegenüber (der vielleicht auch selbst eine private KB-digiknipse der bekannten marken hat und den unterscheid von z.b. 300D zu 1DsMKIII nicht wirklich beurteilen kann: *ja, eine canon habe ich doch selbst...!*) etwas entgegenzusetzen, was sie nicht haben und was nach professionalität klingt...

    leihequipment würde ich vorher ankündigen und natürlich auch auf die rechnung setzen, ist mir aber so bisher nie vorgekommen (arbeite mit 1DMKII und 1DsMKIII)

    lg
    mark

    vor 1 year veröffentlicht #

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