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FOTOGRAFR Forum » Praxis: Sachfotografie

Food-Fotograf mit Schleuderpreisen gesucht


  1. Jan

    Heute bekam ich anonym folgende Anfrage

    Zitat Anfang -----------------------------------------------

    ich bin auf der Suche nach einem guten, aber günstigen
    Food-Fotografen. Da eine große Strecke im Rahmen einer
    Existenzgründung fotografiert werden soll, müssen "unkonventionelle
    Wege" beschritten werden, sprich: Auch wenn klassische, auf
    Food-Fotografie spezialisierte Studios mir bei den Kosten
    entgegenkommen, ist dies aufgrund der Vielzahl der Fotos (ca. 50) und
    der Wirtschaftlichkeit am Anfang der Selbständigkeit noch nicht
    darstellbar.

    Kennt vielleicht jemand eine Börse im Internet, eine Fachzeitschrift,
    eine Fotografen-Schule/Studium oder ähnliches, über den ich einen
    talentierten Fotografen finden kann (vielleicht auch noch mit weniger
    Erfahrung aber Passion und niedrigeren Tagessätzen)?

    Zitat Ende -----------------------------------------

    Besonders bemerkenswert finde ich den Passus "selbst wenn man mir bei den Kosten entgegen kommt, möchte ich keine angemessenen Preise zahlen" (freie Übersetzung von mir)

    Und auch das Argument mit der beginnenden Selbständigkeit habe ich schon zu oft gehört.

    Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber mich machen solche Anfragen stink wütend.

    vor 1 year veröffentlicht #
  2. Hallo,

    ich denke, es kommt immer auf den Kontext an. Erstmal müsste man klären, ob da wirklich jemand am Beginn einer Geschäftsgründung steht und wer das ist und was er vor hat. Es ist ja ein Unterschied, ob das ein Gastronom ist, der einfach nur ein paar gute Fotos für die website haben will oder eine andere Art von Business. Insofern ist der "unkonventionelle Weg" vielleicht nicht nur Ausrede, sondern ein echter Zwang.

    Hat nicht jeder von uns zu Ausbildungs-/Studienzeiten Dinge gemacht, für wenig Geld, für die andernorts gestandene Professionals gutes Geld verlangen? Also, ich schon. Macht man wirklich damit einen ganzen Markt kaputt? Ich glaube nicht. Natürlich verfügen heute viele Leute über die nötigen Produktionsmittel, um ein "bißchen Food" zu fotografieren. Aber um "richtig fett" food zu fotografieren, nicht. Und wenn dieser Kunde sich mit weniger zufrieden geben würde als es ein prof. Studio bieten kann, dann finde ich eigentlich, dass irgendein Student damit durchaus einen schönen Job machen soll und sich seine erste Mittelformat damit verdient (analog, natürlich....).

    Ich denke, man muss die Dinge differenziert betrachten, natürlich haben sich die Märkte verändert und verändern sich täglich. Es gibt negative, aber auch sehr viele positive Entwicklungen. Meinen ersten Profi-Job habe ich auch zu billig angeboten und ein erfahrener Berufsfotograf hätte sicherlich noch bessere Bilder gemacht. So ist das nunmal. Zum Glück ist der Markt sehr groß.

    VG
    Christian

    http://www.christianahrens.de

    vor 1 year veröffentlicht #
  3. Ich denke, jeder Fotograf lässt mit sich reden, wenn es um eine interessante Herausforderung oder einen Kunden mit wenig Budget geht. Allerdings handhabe ich das dann eher nach dem Motto: Reduzierte Leistung zu reduziertem Honorar. Oder man vereinbart ein Kompensationsgeschäft.

    Einfach nur die Preise zu senken, weil jemand Existenzgründer ist, ist für mich kein Argument. Wenn jemand mit meinen Bildern Geld verdienen will, soll er auch angemessen dafür zahlen. Ich lasse mich ungerne ausnutzen.

    Gerade erst habe die Anfrage einer Existenzgründerin abgelehnt, der sogar 120 Euro für ein Imagefoto zu viel Geld waren (on location, entsprechende Requisiten mussten auch noch besorgt werden, inkl. Bildrechte).

    Den Auftrag hat dann ein Mitbewerber übernommen. Wenige Wochen später habe ich das Foto auf einer halbseitigen vierfarbigen Anzeige in unserer Stadt-Illustrierten entdeckt. Die "Existenzgründerin" präsentierte sich dort als Premium-Anbieter in ihrem Bereich und machte nicht den Eindruck, dass sie selber für einen Betrag von nur 120 Euro zu buchen wäre.

    Jan, bei Deinem aktuellen Fall würde ich mir die Frage stellen: Warum müssen es denn 50 Bilder sein, tun es 10 nicht auch? Wer kein entsprechendes Geld hat, muss seine eigenen Ansprüche eben reduzieren.

    Gruß Omori

    vor 1 year veröffentlicht #
  4. Hallöchen zusammen,

    also wenn es um Nudelsalate ging, dann hat es der Betreffende bei mir auch schon versucht.

    VG

    Elisabeth

    vor 1 year veröffentlicht #
  5. In der Kategorie "Anfragen, die betroffen machen" habe ich noch einen unschlagbaren Brüller zu bieten:

    Ein Direktor braucht neue Bilder von seinem Betrieb und seinen Mitarbeitern. Ein Fotograf hat ihm einen Kostenvoranschlag von so ungefähr 1,2 kEuro gemacht. Das war wohl zu teuer. Deshalb fragte er mich, ob ich das nicht machen könnte. Preisvorstellung: zwei Gutscheine für ein Sonntags-Brunch.

    vor 1 year veröffentlicht #
  6. Hi,
    es gibt doch genug Datenbanken im microstockbereich.
    Ich würde in einem solchen Fall persönlich DARAUF hinweisen.

    VG Marlies

    vor 1 year veröffentlicht #

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